Slowboat Films & Sacred Flu präsentieren:

Kiev Stingl - NO ERKLAERUNGEN

Ein Film von D.H. Ottn & M.A. Littler

In den späten 70er Jahren galt KIEV STINGL als Deutschlands Antwort auf Lou Reed.  4 Kultalben, 4 Gedichtbände und einige Skandale später verschwand er komplett von der Bildfläche. 

Was passierte mit Kiev Stingl?

35 Jahre später machen sich ein Musiker und ein Filmemacher auf Spurensuche ...

 

1979 erschien die zweite Platte des Hamburger Dichters und Musikers KIEV STINGL mit dem Titel Hart wie Mozart. Als Texter und Dichter stand STINGL in einer radikalen Tradition, die von Arthur Rimbaud zur amerikanischen Beat-Literatur reichte, seine Band Sterea Lisa produzierte dazu einen Sound, der im Brennpunkt des gerade erst aus England und USA herüberschwappenden Punks & New Wave stand. Das provokante Cover, das dem Titelblatt des Nachrichtenmagazins Der Spiegel nachempfunden war,  führte zu einem Verbot der Platte. Die Musikkritik in Deutschland, die sich schwer damit tat, STINGL in dem Kontinuum heimischer Rockmusik zwischen Kraut-Rock, Udo Lindenberg und Nina Hagen zu verorten, reagierte entgeistert bis ablehnend.

Dann kam Punk und die Neue Deutsche Welle. STINGL als deren  Wegbereiter suchte sich weiterhin zwischen allen Stühlen hindurch seinen eigenen Weg, inszenierte sich als Gesamtkunstwerk und gab sich konsequent seinen Obsessionen hin, die er in literarisch immer extremeren Gedicht- und Textbänden reflektierte. Zu irgendwas "dazuzugehören" war sein Ding nicht. Seine Verachtung galt weniger "dem System", als dem herrschenden Mittelmaß, das er mit Provokation und arroganter Verweigerung abstrafte. Er zog nach Berlin, weitere Platten, Skandale und Reisen folgten, in Madagaskar wurde er als mutmaßlicher Fremdenlegionär inhaftiert. In Deutschland sah man STINGL inzwischen weniger als deutschen Lou Reed, sondern fürchtete ihn eher als eine Art Klaus Kinski des musikalischen Undergrounds. Sein letztes Album, von Dieter Meier (Yello) produziert und mit Mitgliedern der Einstürzenden Neubauten eingespielt, erschien 1989 mit dem Titel Grausam das Gold und jubelnd die Pest. Dann kamen die Neunziger und nach zwei weiteren Gedichtbänden verschwand  STINGL von der Bildfläche.

 

Der Musiker D.H. Ottn (The Dad Horse Experience) und der Filmemacher M.A. Littler (Slowboat Films) haben KIEV STINGL aufgespürt und sich zusammengetan, um ihn und sein Leben in angemessener - d.h. in radikaler - Form darzustellen und zu würdigen.

 

Mit Hilfe einer Crowdfunding-Kampagne konnten wir bereits ein Minimalbudget wir einsammeln, um den Film auf jeden Fall realisieren zu können. Allen Unterstützern ein herzliches Dankeschön.